Am 18. September 2026 würdigten rund 250 Gäste aus vier Generationen gemeinsam die Lebensleistung und Geschichte der rund eine Million türkeistämmigen Menschen im Land.
Ministerpräsident Wüst betonte in seiner Rede:
„Der Erfolg unseres Landes beruht in großem Maße auf dem Fleiß der Generationen vor uns. Und dazu gehören besonders auch der Arbeitseifer und der Mut der Menschen, die vor 65 Jahren ihre Heimat verlassen haben, um nach Deutschland zu kommen,(...) Sie haben (...)die Grundlage für unseren heutigen Wohlstand wesentlich mit geschaffen."
Zugleich mahnte er, dass das Gefühl „nicht richtig dazuzugehören" für viele Menschen mit Zuwanderungsgeschichte bis heute real sei, und rief Politik, Medien und Zivilgesellschaft dazu auf, sich für Offenheit und Toleranz einzusetzen.
Unter den Gästen waren Ankommende der ersten Stunde, Vertreter der Republik Türkei sowie Can Genç, ein Enkel der Familie Genç, die 1993 beim rassistischen Brandanschlag von Solingen fünf Angehörige verlor. In zwei Talkrunden, moderiert von der Journalistin Elif Şenel, kamen unter anderem der ehemalige Ford-Arbeiter Mitat Özdemir, die Kulturvermittlerin Fatma Tuna und der Dokumentarfilmer Osman Okkan zu Wort. Den künstlerischen Rahmen gestalteten ein Bağlama-Ensemble aus Herne sowie die Poetry-Slam-Meisterin Ayşe İrem. Erstmals gezeigt wurde außerdem die Fotoausstellung „Zu Hause! Memleket!", die unter anderem Sabri Aydın – einen der allerersten Ankommenden von 1961 – porträtiert.
Für das FRG folgte Frau Karacuban-Ilhan in Begleitung von Herrn von Berswordt-Wallrabe der Einladung zum Festakt. Ihre Eindrücke:
„Es war sehr schön zu erleben, dass mit dieser Veranstaltung der große Mut der Menschen gewürdigt wurde, die den Schritt gewagt haben, alles Vertraute und Geliebte hinter sich zu lassen, um in Deutschland zu arbeiten. Vor allem hat es mich hoffnungsvoller für die Zukunft gestimmt, dass hervorgehoben wurde, welchen großen gesellschaftlichen, kulturellen und menschlichen Mehrwert diese Menschen mitgebracht und unsere Gesellschaft nachhaltig bereichert haben."
Ein besonderer Nachmittag mit vielen spannenden Gesprächen und wertvollen Begegnungen – wir danken für die Einladung und freuen uns, ein Teil dieser Erinnerung an 65 Jahre gemeinsame Geschichte gewesen zu sein.
Weitere Eindrücke zur Veranstaltung finden Sie auf der Seite des Landes NRW.




