Projekt 75 Frieden und Freiheit

75 Jahre Frieden und Freiheit in Apeldoorn und Düsseldorf

Ein deutsch-niederländisches Jugendaustauschprojekt

Anfang 2018 informierte sich die Gelre Association International über Gemeinsamkeiten zwischen der Befreiungsgeschichte von Apeldoorn und Düsseldorf. Beide Städte konnten unabhängig voneinander Dank der Aktionen mutiger Bürger durch die Alliierten kampflos eingenommen werden. Schwere Verluste an Menschenleben und weitere Schäden an der lebenswichtigen Infrastruktur wurden dadurch abgewendet.

Die gewaltlose Befreiung von Apeldoorn am 17. April 1945 ist auf die beherzten Bemühungen zweier Widerstandskämpfer der Stadt, Gijs Numan und Albert van der Scheur, zurückzuführen. Die beiden machten sich in der Nacht vom 16. auf den 17. April heimlich auf den lebensgefährlichen Weg zu den kanadischen Truppen, um diese über den faktischen Abzug der deutschen Besatzer zu informieren. Dadurch verhinderten sie den für den 17. April 1945 geplanten gewaltsamen Angriff und die Zerstörung der Stadt und ermöglichten die kampflose Einnahme von Apeldoorn durch die Kanadier.

Die Befreiung Düsseldorfs fand zur selben Zeit statt. Am 16. April gelang es Karl August Wiedenhofen und Aloys Odenthal unter Lebensgefahr, die amerikanischen Truppen zu erreichen und über die schwache Verteidigungslage der Stadt zu informieren. Sie boten die kampflose Übergabe Düsseldorfs an die Amerikaner an. Elf Männer waren unter dem Namen „Aktion Rheinland“ an diesem Widerstandsakt beteiligt. Die Aktion wurde jedoch verraten und fünf der Widerstandskämpfer, Franz Jürgens, Hermann Weill, Theodor Andresen, Josef Knab und Karl Kleppe, wurden am Abend des 16. Aprils und in der Nacht zum 17. April in Düsseldorf hingerichtet. Doch ihre „Aktion Rheinland“ war erfolgreich: Am 17. April 1945 rückten die Amerikaner kampflos in Düsseldorf ein.

Im Mai 2018 kontaktierte die Gelre Association International die Mahn- und Gedenkstätte in Düsseldorf und wies auf diese Parallelen in den Befreiungsgeschichten hin. Es war der Gelre Association wichtig, anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiungen beider Städte 2020, die Gräben der Geschichte zu überwinden und niederländische und deutsche Jugendliche in einen Austausch miteinander zu bringen. Die Gelre Association bot ein gemeinsames Gedenken an 75 Jahre Frieden und Freiheit an. Die Mahn- und Gedenkstätte war sich der Bedeutung dieses Vorschlags bewusst, schließlich hatten Deutsche die Niederlande 1940 besetzt und bis 1945 Menschen und Land auf grausame Weise ausgebeutet und dem nationalsozialistischen Regime unterworfen. Dies hat tiefe Narben hinterlassen. Selbst heute, im Jahr 2020, ist es alles andere als selbstverständlich, 75 Jahre Frieden und Freiheit zusammen zu begehen.

Die Initiative der Gelre Association führte zur gemeinsamen Entwicklung eines deutsch-niederländischen Jugendaustauschprojekts. 29 sehr engagierte Schülerinnen und Schüler des Veluws College Mheenpark in Apeldoorn und des Friedrich-Rückert-Gymnasiums in Düsseldorf konnten für das Austauschprojekt gewonnen werden. Die Euregio Rhein-Waal förderte und begleitete das Projekt dankenswerterweise großzügig.

Die Schülerinnen und Schüler investierten ab September 2019 viel Zeit und Energie in das Austauschprojekt. Zunächst beschäftigten sie sich intensiv mit den historischen Ereignissen in ihrer jeweiligen Heimatstadt, bereiteten dann Präsentationen vor und führten ihre Partnerschülerinnen und –schüler in ersten Workshoptagen in die Geschichte ihrer jeweiligen Stadt ein. In einem zweiten Schritt befassten sich die 29 Jugendlichen mit der Bedeutung dieser historischen Widerstandsaktionen für ihre Gegenwart heute. Sie trugen ihre Gedanken mithilfe der Fotoplakate, deren QR-Code Sie auf diese Website geführt hat, in die breite Öffentlichkeit.

Die als Höhepunkt des Projektes geplante Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an den Gedenkveranstaltungen an das Kriegsende in beiden Städten musste aufgrund der Corona-Pandemie leider entfallen.

 

In jedem Fall lässt sich sagen: Für alle Beteiligten waren es beeindruckende Monate des Austauschs und der Begegnung.

 

Retrospektive auf das Projekt

Das ACEC in Apeldoorn und die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf zeigen eine kleine Foto-Retrospektive auf das Projekt. Die Laufzeiten der Ausstellung im ACEC und in der Mahn- und Gedenkstätte werden wegen der Corona-Pandemie kurzfristig bekannt gegeben werden.

 

Danke

Wir danken allen Sponsoren und Partnern des Projektes: der Euregio Rhein-Waal, dem Düsseldorfer Unternehmen Oscar Bruch jr., den Bäckereien Hinkel und Terbuyken, Kröber Busreisen Viersen, den Busunternehmen Syntus-Keolis Apeldoorn Niederlande und Van Kooten Reizen, Kootwijkerbroek.

 

 

 

www.duesseldorf.de/mahn-und-gedenkstaette

www.worldproef.nl/gelreassociationinternational