Zakk Poesie Pause

Eine Pause vom Alltag, eine Auszeit für die Poesie - Die Poesie Pause 2018/19

Anfang des Schuljahres 2018/19 wurde für mehrere Deutschkurse der Klassen EF und Q1 die vom Zakk (Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation) angebotene Poesie Pause angesagt; es würden uns Künstler aus verschiedenen Bereichen wöchentlich besuchen, um „den Unterricht zu stören“. Mehr wussten wir noch nicht.

Im Oktober ging es dann los; jede Woche trat ein neuer „Störenfried“ in die Kurse und die Schüler wurden mit Gesang, Rap, Poetry Slam und Theater überrascht. Die Formen der literarischen Kunst waren von Woche zu Woche anders und diese Abwechslung bot den Schülern ein breites Spektrum an Möglichkeiten, mit Sprache, Stimme und Gestik und Mimik zu arbeiten.

Jeder Künstler brachte nicht nur ein einstudiertes Werk mit, sondern auch eine Portion Charisma und eine Menge Individualität, die den Werken Originalität und Authentizität verliehen.

Gefühle, Gedanken und Meinungen konnten die Schüler nach jedem Auftritt in die vorher ausgehändigten Heftchen aufzeichnen und somit die Poesie Pause dokumentieren. 

Wem das aber nicht genug war, konnte aber noch an dem zweitägigem Workshop teilnehmen, der am 5.  & 6.3.19 stattfand.

Am ersten Tag des Workshops traf sich eine kleine Gruppe Zehnt- und Elftklässler ,trotz "Schulfrei", um 10 Uhr morgens im PZ und startete in den Workshop mit einer Aufwärmung; es wurde ein großer Kreis gemacht und wir mussten uns drei Bälle gegenseitig zuwerfen. Dabei mussten wir anhand des peripheren Sehens einen Überblick über den ganzen Kreis behalten und möglichst schnell reagieren. Anschließend bekamen wir die Aufgaben, mit geschlossenen Augen durch den Raum zu laufen und uns dann so zu finden, dass wir einen Kreis bilden konnten, ohne hinzusehen.

Nach einem weiteren Spiel stellten sich drei von den Künstlern vor, die ebenfalls an der Poesie Pause teilgenommen hatten: Anna, Jonathan und Aylin. Wir teilten uns in drei Gruppen auf und arbeiteten beide Tage intensiv mit unseren Leitern zusammen an verschiedenen Kompetenzen. Annas Gruppe übte das Schauspielern, während Jonathans und Aylins Gruppen sich mit dem Schreiben auseinandersetzten.

Tag zwei fand im Zakk in Begleitung von Herrn Trapp statt. Der Tag lief genauso ab wie der vorige, mit einem kleinen Unterschied: was wir nun erarbeiteten würde am Ende des Tages vor der gesamten Gruppe samt Leitern vorgeführt werden!

Nach vier viel zu kurzen Stunden war es dann soweit; wir versammelten uns in einem kleinen Raum mit einer Bühne und mussten uns unserem Lampenfieber stellen, um unsere hart erarbeiteten Ergebnisse vorzustellen.

Aylins Gruppe kam zuerst dran; die drei Mädchen aus der Jahrgangsstufe EF hatten sich mit den Themen Gesellschaft und Musik auseinandergesetzt und trugen nacheinander drei Poetry Slams vor. Danach war Jonathans Gruppe an der Reihe; sieben Schüler stellten sich zusammen auf die Bühne, um einer nach dem anderen ein eigenes Werk vorzutragen, was in jeder beliebigen Form sein konnte: wir hörten Gedichte und innere Monologe über alle mögliche Themen. Als letztes präsentierte Annas Gruppe eine Szene, die in verschiedenen Situationen und unter verschiedenen Umständen dargestellt wurde, um die Vieldeutigkeit der Sprache zu demonstrieren.

Und dann war es auch schon vorbei.

Zum Schluss versammelten wir uns noch mit Herrn Trapp und nahmen uns Zeit, um uns über die vergangenen zwei Tage auszutauschen. Wir kamen schnell zu dem Schluss, dass der Workshop nicht nur unfassbar Spaß gemacht hatte, sondern auch viel zu kurz gewesen war; sehr gerne hätten wir nicht nur zwei Tage, sondern eine ganze Woche den Workshop gemacht...

Trotzdem war die Zeit nicht umsonst gewesen, die meisten von uns hatten sich noch nie so intensiv mit dem Schreiben auseinandergesetzt und wären nicht auf die Idee gekommen, dass so viel Potential in uns stecken könnte. Außerdem haben wir gelernt, dass es gar nicht mal so schwer ist, den Gedanken freien Lauf zu lassen und sich selbst in der Welt der Buchstaben zu verlieren und am Ende eines vollgeschriebenen Blattes wiederzufinden.

Was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass ganz egal wie unsere Gesichter beim Betreten des Raums am Morgen ausgesehen hatten, beim Verlassen dessen hatten wir alle ein Lächeln auf dem Gesicht...

(Aurelia Müller, Jahrgangsstufe Q1)