Der Namensgeber unserer Schule

Ja, so sieht er aus - ein Dichter vom Scheitel bis zur Sohle.

Er lebte von 1788-1866. Zur Welt gekommen ist er in

Das hat ihn sein Leben lang geärgert:

„Kann man eine Stadt erbauen,
Um den Namen dann
Ihr zu geben, den mit Grauen
Man nur singen kann?
Hättest Mainfurt, hättest Weinfurt,
Weil du führest Wein,
Heißen können, aber Schweinfurt,
Schweinfurt sollt’ es sein!“

 

Friedrich Rückert

*16.5.1788    †31.1.1866

Nach dem Besuch des Gymnasiums studiert Rückert von 1805 bis 1808 Rechtswissenschaft und klassische Philologie, also Griechisch und Latein, in Würzburg und Heidelberg.

1810 promoviert er und habilitiert sich in Jena. Zwei Jahre ist er dort Dozent für griechische und lateinische Literatur. Dann gibt er seine Lehrtätigkeit auf, um Zeit für seine literarischen Interessen zu haben.
Er verfasst Komödien, politische Zeitgedichte („Spott- und Ehrenlieder" und „Geharnischte Sonette") sowie die von eigener Betroffenheit gekennzeichneten Gedichtsammlungen „Agnes' Totenfeier" und „Amaryllis".

1815 arbeitet Rückert zunächst als Journalist, reist dann aber 1817 nach Italien, um Anregungen für sein literarisches Schaffen zu finden.
Auf der Rückreise von Italien kommt Rückert in Wien in Berührung mit orientalischen Sprachen. Er widmet sich intensiv vor allem dem Studium des Persischen und des Arabischen. Zurück in Coburg setzt er seine Sprachstudien fort und erweitert seine Kenntnisse.

1821 heiratet er Luise Wiethaus-Fischer.

Von 1826 bis 1848 ist Rückert Professor für Orientalistik in Erlangen und Berlin. Rückert ist ein Sprachgenie: In nur sechs bis acht Wochen kann er eine neue Sprache erlernen. Als seine philologischen Hauptstudien hat er einmal genannt:
„Griechische Bücher und deutsch, lateinische, slawische, welsche.
Persische samt Sanskrit, Türkisch, Arabisches auch.“
Eine Auswahl weiterer Sprachen, die Rückert beherrscht:
Hebräisch, Syrisch, Aramäisch, Koptisch, Berberisch, Albanisch, Litauisch, Finnisch, Äthiopisch, Afghanisch, Altpersisch, Malaiisch, Armenisch, verschiedene südindische Sprachen, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch.
Er ist ein äußerst produktiver Schriftsteller. Er überträgt Werke z. B. der klassischen persischen und arabischen Literatur ins Deutsche und schafft eigene Dichtungen unter dem Einfluss der orientalischen Vorbilder. Beispiele: „Ghaselen“ nach Rumi, „Makamen des Hariri“, „Östliche Rosen“ nach Hafis, „Weisheit des Brahmanen". Unter dem Eindruck des Todes zweier seiner Kinder entstehen die „Kindertotenlieder".

1848 geht Rückert auf eigenen Wunsch in den Ruhestand und lebt bis zu seinem Tod auf seinem Gut Neuses bei Coburg.

In der Süddeutschen Zeitung vom 23./24.1.1999 schreibt L. Lütkehaus über „den fränkischen Brahmanen“:
„Rückert ist in seiner Poesie, weniger in seinen politischen und gesellschaftlichen Überzeugungen, in unvergleichlichem Maße offen: ein Universalist, ein poetischer ‚Globalisierer’, ein Dichter, der […] Goethes Begriff ‚Weltliteratur’ […] Realität gibt.“