Paralleles Lernen zweier Sprachen

Seit dem Schuljahr 2004/05 können Schülerinnen und Schüler, die aufgrund bisher gezeigter Fähigkeiten und Leistungen für geeignet betrachtet werden, an der Fördermaßnahme „Paralleles Lernen zweier Sprachen“ teilnehmen.

Die Schülerinnen und Schüler erhalten in Französisch / Spanisch statt der vorgesehenen vier Wochenstunden nur zwei Wochenstunden Unterricht. Das gleiche gilt für den Lateinunterricht.

Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer bemühen sich, kompliziertere Sachverhalte in den Stunden einzuführen, in denen die geförderten Schülerinnen und Schüler anwesend sind. Außerdem sorgen sie dafür, dass die Mitglieder der Fördergruppe das nötige Übungsmaterial bzw. die entsprechenden Arbeitsaufträge erhalten. Sie werden dabei von ausgewählten Mitschülerinnen und Mitschülern, sogenannten „Paten“, unterstützt, die die geförderten Schülerinnen und Schüler persönlich betreuen. Sie informieren nach der Stunde, die die Mitglieder der Fördergruppe jeweils nicht besucht haben, in knapper Form über den behandelten Stoff und die Hausaufgaben; außerdem geben sie Arbeitsmaterial weiter.

Das parallele Lernen beider Fremdsprachen setzt eine hohe Motivation und die Bereitschaft zu selbstständiger (Mehr-)Arbeit voraus. Der durch den Besuch des jeweils anderen Faches versäumte Stoff muss eigenständig ohne eine gesonderte Hilfestellung durch die Lehrkräfte nachgearbeitet werden. In beiden Fächern müssen die anfallenden Klassenarbeiten mitgeschrieben werden.

Versetzungsrelevant ist allerdings nur die Zeugnisnote in einer der beiden Sprachen. Die Entscheidung, welche der beiden Sprachen dies sein soll, wird spätestens vier Wochen vor dem Versetzungstermin des laufenden Schuljahres von den Erziehungsberechtigten bzw. den Schülerinnen und Schülern getroffen. Diese Festlegung der versetzungsrelevanten Sprache ist dann bindend für die weitere Schullaufbahn. Die Leistungen in der zusätzlich erlernten Sprache werden auf dem Zeugnis vermerkt.

Sollte sich herausstellen, dass Schülerinnen und Schüler mit dem parallelen Lernen beider Fremdsprachen überfordert sind und sich die Leistungen in anderen Fächern auffällig verschlechtern, besteht nach Rücksprache mit der Fachlehrerin/dem Fachlehrer die Möglichkeit, aus dem Projekt auszusteigen und nur noch am Unterricht einer der beiden Sprachen im vollen Stundenumfang teilzunehmen. Eine diesbezügliche Entscheidung kann jederzeit sowohl auf Betreiben der verantwortlichen Lehrerinnen und Lehrer als auch auf Antrag der Erziehungsberechtigten hin gefällt werden.

Katja aus der "Pioniergruppe" zieht Bilanz

Anfangs fand ich die Teilnahme an dem Projekt des parallelen Erlernens der 2. und 3. Fremdsprache nicht äußerst schwer, doch mittlerweile habe ich wirklich mit dem Lernen der Vokabeln bzw. der Grammatik der Sprachen zu kämpfen. Trotzdem komme ich gut mit und ich hoffe, das bleibt auch so. Am schwersten ist es jedoch für mich, wenn die Lehrer mit einer neuen Grammatik beginnen in der Stunde, in der ich gerade nicht anwesend bin. Oder es ist auch schwer, die Hausaufgaben, welche ich gemacht habe, zu vergleichen, wenn ich mich gerade im anderen Unterricht befinde. Ansonsten habe ich keine negativen Erfahrungen mit diesem Projekt gemacht. Obwohl mir vor dem Projekt gesagt wurde, dass ich mir den verpassten Unterrichtsstoff ALLEINE aneignen müsste, erklären mir meine Lehrer alles noch mal bis ins kleinste Detail!
Schließlich bin ich froh an diesem Projekt teilgenommen zu haben, da ich nun über die Kenntnis von zwei weiteren Fremdsprachen verfüge.

Katja Annas, 9c