Auf den Spuren der Familie Oppenheimer

Ein Gedenkgang zu den Geschehnissen der Novemberpogrome

Unter diesem Titel standen die diesjährigen Gedenktage zu den Pogromen des 9. und 10. November 1938. Anhand der Biographie der Oppenheimers, einer ehemals Düsseldorfer Familie, sollte der Beginn einer systematischen und publiken Ausgrenzung, Verfolgung und Entmenschlichung der jüdischen Bevölkerung verdeutlicht werden.

Die Novemberpogrome wurden als Legitimierung der öffentlichen und nicht strafrechtlich verfolgten Misshandlungen sowie von Gewaltakten gegen Juden, ihrem Glauben und ihrem Besitz genutzt. In der Nacht vom 9. auf den 10. November wurden tausende jüdische Bürgerinnen und Bürger deutschlandweit obdachlos und schutzlos. Ihre Wohnungen wurden zerstört, Synagogen verbrannt, Menschen schwer verletzt, deportiert oder ermordet. Die Familie Oppenheimer entging dieser Nacht nicht und erlebte sie in Düsseldorf genauso intensiv wie so viele weitere jüdische Familien im ganzen Land.

In Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf organisierten Schülerinnen und Schüler aus den Geschichtskursen der Jahrgangsstufe Q2 des Friedrich-Rückert-Gymnasiums und des Leibniz-Montessori-Gymnasiums einen stillen Gedenkgang am 08.11.2017, bei dem die Erlebnisse und Eindrücke der Familie Oppenheimer aus der Reichspogromnacht zusammenfassend erzählt wurden. Der Gedenkgang bestand aus mehreren Stationen, beginnend am ehemaligen Wohnort der Familie in Düsseldorf Pempelfort schritten die Teilnehmer zum Marienhospital. Über einen dreimonatigen Arbeitsprozess machten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Schicksal der Familie vertraut und hatten sogar die Gelegenheit, ein Zeitzeugengespräch mit der Tochter Hannah Sutton geb. Oppenheimer zu führen, die zu dem Zeitpunkt der Pogrome drei Jahre alt war.

Dieses Projekt bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, sich auch außerhalb des Unterrichtes mit der NS-Vergangenheit zu beschäftigen und sich zu engagieren. Die intensive Aufbereitung dieses Themas, vor allem im Bezug auf das Individualschicksal der Oppenheimers, gewährte ihnen eine seltene Chance, einen direkten Bezug mit Personen und ihrer Heimatstadt herzustellen. Der Gedenkgang hinterließ einen tiefsitzenden und nachhaltigen Eindruck bei den Schülerinnen und Schülern und wurde trotz der durchaus schweren Thematik positiv aufgenommen, denn eine Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist ein notwendiger Schritt zur Vermeidung einer Wiederholung solcher Unmenschlichkeiten.
(Jardine Schumacher)

Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf hat ein Video zum Gedenktag produziert, das Sie hier ansehen können.

Schüler beim Gedenkgang (Quelle: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf)
Hannah Sutton, geb. Oppenheimer, als Zeitzeugin in unserer Schule