Europawoche 2017

Besuch von Hans- Christoph Boppel, Landesvertretung NRW in Brüssel

Am zehnten Mai diesen Jahres bekam unsere Schule einen Besuch der etwas außergewöhnlicheren Art. Hans-Christoph Boppel, Politiker in der Landesvertretung NRW in Brüssel für die EU, berichtete der Jahrgangsstufe EF und einigen Lehrern, darunter auch Schulleiterin Frau Dr. Pietzko, eine Doppelstunde lang von sämtlichen Vorgängen in der EU, der Rolle der Landesvertretung in Brüssel und der Bedeutung von Nordrhein- Westfalen für die Europäische Union. Aber wer heutzutage über die EU spricht, denkt natürlich nicht nur an offene Grenzen, Handelsverträge oder solidarische Unterstützung in Europa. Hans-Christoph Boppel leitete den Vortrag passend ein: „Früher hielt ich die EU für etwas Selbstverständliches. Etwas, das immer da sein wird. Das ist nicht mehr so, die EU ist in Gefahr.“ Und eben diesen Eindruck vermittelte der Vortrag, der zu einem beträchtlichen Teil von den Problemen der Europäischen Union handelte. Von der insgesamt zehnprozentigen Arbeitslosigkeit in den Mitgliedsstaaten der EU über wirtschaftliche Ungleichheiten bis hin zu Brexit, Grexit und Rechtspopulismus wurde alles über die Europäische Union berichtet, was bei vielen Menschen heutzutage ein Misstrauen oder unsicheres Gefühl im Bezug auf die europäische Zukunft beziehungsweise die der EU hervorruft. Des Weiteren sind Frauen in der EU absolut in der Minderheit, was Positionen und Ämter in der Union betrifft. Es sind mehrere „rechte“ Parteien im Parlament vertreten. Und als wäre dem noch nicht genug, herrscht in der EU ein unfassbar großer Lobbyismus, wovon drei Viertel aus Wirtschaftslobbyismus bestehen.

Und trotzdem kann ich für meinen Teil sagen, dass ich durchaus positiv überrascht von dem Vortrag und der Persönlichkeit Boppels war. Zu jeder Frage gab es eine ehrliche Antwort, zu jedem Zeitpunkt des Vortrags und der anschließenden kurzen Diskussion bekam ich zumindest das Gefühl, dass jede Information, auch im Bezug auf die Probleme der Union, selbstreflektiert und ungeschönt dargestellt wurde, was ich vor dem Vortrag eher nicht erwartet hätte. In diesem Zusammenhang halte ich den Besuch für durchaus gelungen und informativ.

Zum Schluss und als einen Teil des Fazits hat es Herr Boppel treffend formuliert: „Es muss etwas passieren in der EU.“ Doch meines Erachtens nach sind solch ehrliche und offene Vorträge an die junge Generation ein wichtiger Schritt in eine positive Zukunft der Europäischen Union. Denn, wie Herr Boppel zu Beginn ebenfalls sagte, die jungen Menschen werden maßgeblich entscheidend für den Fortbestand der EU sein.

(Benjamin Hassenpflug, Jahrgangsstufe EF)

 

Hans-Christoph Boppel

Er vertritt das Land bei der EU in Brüssel und ist vor vier Jahren nach Brüssel gekommen, wo die EU für ihn selbstverständlich war, wie er uns erzählte. Er wurde am 11. Juli 1951 in Bergzapern geboren, ist ein deutscher Politiker (Die Grünen) und ein ehemaliger Abgeordneter des hessischen Landtags. In der Grünen-Fraktion  war er umweltpolitischer Sprecher. 1994 organisierter er den Wahlkampf von BÜNDNIS 90/ Die Grünen in Sachsen-Anhalt, welcher zum Wiedereinzug in den Landtag und der Regierungsbeteiligung führte. Er spricht Deutsch, Englisch und Französisch. Seine Interessen sind die Entwicklungspolitik, nachhaltige Entwicklung, Energie- und Klimapolitik und Life Cycle Psychology.
Was er aktuell sucht
1. Kontakt zu Menschen, die an großer Transformation interessiert sind
2. Aufträge als Referent zu folgenden Themen: „Entwicklungspolitik, Schwerpunkt Afrika“, „Globales und Interkulturelles Lernen“, und „Klima und erneuerbare Energien“
3. Aufträge für Moderation von Arbeitsgruppen und Workshops zu genannten Themen

Quellen: Erzählungen von Herrn Boppel während der Präsentation, www.politik-kommunikation.de/personalwechsel/boppel-die-eu-vertretung-von-nrw de.m.wikipedia.org/wiki/Hans_Christoph_Boppel
(Annika Wodtke, Jahrgangsstufe EF)

Anmerkung: Die Europawoche wurde von Frau Torchalski-Winnitzki initiiert.