Deine Stimme zählt!

Politiker sind auch wie wir Menschen, die eine Kindheit hatten, Menschen, die eine Schule besucht haben und Menschen mit Ängsten, Wünschen und Träumen. Dies zeigten die Einstiegsfragen an die sechs Spitzenpolitiker bei der Veranstaltung „Deine Stimme zählt“ am 30.3.17 im Apollo Theater, die wir mit unserem Grundkurs Sozialwissenschaften und unserer Lehrerin Frau Uffelmann besucht haben. Als Spitzenpolitiker waren mit dabei: Frau Löhrmann von den Grünen,  Frau Kampmann von der SPD, Frau Demirel von den Linken, Herr Laschet von der CDU, Herr Schiffer von den Piraten und Herr Lindner von der FDP.

Wir stehen kurz vor den Landtagswahlen, manche von uns Schülern sind mehr und manche von uns sind weniger politisch interessiert. Die Rheinische Post versucht mit dem Projekt ‚Deine Stimme zählt‘, Jugendliche zu motivieren, sich mehr politisch zu interessieren und zu engagieren. Das Projekt hat auch das Ziel, den Jugendlichen, beziehungsweise den Schülerinnen und Schülern, die Chance zu geben, den Politikern direkte Fragen zu stellen. Natürlich möchte man auch zeigen, dass die Politiker an den Interessen, Wünschen und Anforderungen von Schülern auch interessiert sind.
Das erste Thema, beziehungsweise die erste Frage, die zur ersten fünfminutigen Debatte gestellt wurde, war, ob man in ländlichen Gebieten mehr Busse einsetzen soll oder ob man doch den Führerschein ab 16 Jahren einführen sollte. Im Ganzen waren sich die Parteien einig: Es soll keinen Führerschein ab 16 geben. Im weiteren Verlaufe der Debatte gab es verschiedene Vorschläge zur Umsetzung einer besseren Infrastruktur in der Stadt, sowie auch auf dem Lande.
Die FDP war mit einer sehr ökologischen Perspektive vertreten, denn während andere Parteien wollten, dass man mehr Busse auf dem Lande einsetzt, da dort die Taktung gering sei, schlug Herr Lindner (FDP) vor,  Sammeltaxen einzusetzen, denn es wäre ökologisch nicht korrekt, einen Bus für drei oder vier Personen einzusetzen. Die Vertreterinnen Frau Löhrmann (SPD) und Kampmann (Bündnis 90/die Grünen) waren für mehr (digitale) Mobilität. Daher sprach sich die SPD auch für den Ausbau des  Personennahverkehrs aus.
Weiter ging es mit dem Thema Bildung, wobei der Schwerpunkt auf dem Thema G8 oder G9 lag. Alle Parteien sprachen sich dafür aus, dass mehr Geld in Bildung investiert werden müsse. Nichtsdestotrotz zeigten sich die FDP, SPD und CDU sehr interessiert darin, Schulgebäude zwingend zu modernisieren, da dies die Bildungsbedingungnen verbessert. Die FDP und die Piraten erwähnten außerdem noch, dass Digitalisierung toll ist, aber nichts bringt, wenn man keine qualifizierten Lehrer dafür hat. Überwiegend sprachen sich alle Parteien für G9 aus, obwohl es auch andere Vorschläge gab. Ein Vorschlag kam von der FDP, die sowohl G8 als auch G9 am Gymnasium anbieten wollen, sodass man sich als Schüler für den G8- oder den G9-Zweig entscheiden kann.

Ein weiterer Diskussionspunkt war, ob man bundesweite Abiturprüfungen durchführen sollte, damit der Leistungsstandard für jeden Schüler in Deutschland vergleichbar ist. Zeitgleich wurde auch besprochen, dass das Arbeitsklima in den Schulen verbessert werden müsse, was aber wohl nur mit dem Schulsystem G9 funktionieren würde. Durch G9 könnte man auch den Stress verringern, der auf dem Schüler lastet, wenn z.B. Unterricht ausfällt. Dementsprechend wäre der Lehrermangel nicht mehr so ein großes Problem, was aber nicht heißt, dass man keine neuen Lehrer einstellen muss.

Des Weiteren waren außer der Linken alle Parteien dafür, neue Schulfächer wie z.B. Hauswirtschaft in den Lehrplänen zu integrieren. Die Linke behauptet nämlich, dass man wichtige Dinge für seine Zukunft zwingend im realen Leben lernt. Zusammengefasst wollen alle Parteien – abgesehen von den Linken - trotzdem die Lehrpläne optimieren, aber keine neuen Fächer hinzufügen.

Abschließend kann man sagen, dass die Parteien sich bei dieser Veranstaltung sehr gut präsentiert haben und auch überzeugend ihre Ansichten vorgetragen haben. Jetzt ist die Zeit, sich aus all diesen Parteien zu entscheiden, welches Programm einem persönlich am besten gefällt. Trotzdem kann man sagen, dass alle Parteien im Thema Bildung und Modernisierung mehr oder minder auf dem gleichen Weg sind. Nur bei G8/G9, sowie beim ÖPVN gibt es einige Unterscheide. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich dies nach den Landtagswahlen am 14. Mai entwickelt.

(Iman El Hamri und Luc Jurnicek, Jahrgangsstufe EF)